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Wangen im Allgäu, den 30.09.2010
Fußball-Verbandsliga Württemberg
FC Wangen - SpVgg 07
Ludwigsburg
Samstag, 02.10.2010 um 15.30 Uhr im Allgäu Stadion
Ludwigsburg kommt nicht als Favorit
nach Wangen
Die Hausgazette des FC Wangen "Das FC-Magazin" verleiht
den Spielen gerne ein Prädikat. So kündigte es vor
zwei Wochen eine Favoriten zum nächsten Heimspiel an. Dieses
steht nun an, aber das mit dem Favoriten hat sich im Augenblick
für die Gäste von der SpVgg 07 Ludwigsburg erledigt:
Rang 15 mit vier Zählern - der schlechteste Start in die
Verbandsliga der 2005 abgestiegenen Barockstädter. Vor Ort
schwebt bereits das Wort Krise über den Köpfen der
Beteiligten.
Von FC-Pressesprecher Michael
Scheidler
Vor nicht einmal vier Monaten
war am Fuchshof in Ludwigsburg noch die Enttäuschung groß,
weil es doch nur zu Rang drei gereicht hatte. Die Tordifferenz
hatte Neckarems im Kampf um die Oberliga-Relegation am Ende vorne
gesehen. Entsprechend motiviert und mit besten Absichten versehen
gingen die Barockstädter in die aktuelle Saison, endlich
den Rückweg nach oben anzutreten.
Doch der restriktive Umbau der Mannschaft, den Christian Seeber
schon vor einem Jahr begonnen hatte, kostet jetzt wohl doch sein
Lehrgeld. Elf Neue, sieben Abgänge (darunter Erhan Polat,
Mustapha El M'Hassani und Ümit Genc) haben aus dem Team,
welchem der FC vorletzte Saison vier Zähler abringen konnte,
nur wenige Kräfte übriggelassen. Verjüngung der
Mannschaft ist ein wichtiges Ziel Seebers. Zuletzt aber mussten
sich dessen Schützlinge im Ludwigsburger Heimat-Blatt nach
dem Spiel gegen Rutesheim das Ausbleiben einer Trotzreaktion
vorwerfen lassen.
Der Druck, Erfolg zu haben scheint in Ludwigsburg enorm hoch.
Seeber forderte dabei Geduld und Zeit für seine junge Mannschaft.
Ob er die bekommt, hängt inzwischen alleine am Langmut der
Vorstände und Geldgeber. Angesichts des über nun fünf
Jahre währenden Vorhabens "Wiederaufstieg" ist
vieles denkbar - eben auch die Null-Geduld Variante.
Ein Umbruch schadet nie
Ein wenig erinnert die Situation speziell Christian Seebers an
den FC vor neun Jahren. Herbert Breher sagte zu den Geschehnissen
damals selbst einmal, dass die Distanz einfach fehle, wenn man
vom Spielfeld direkt auf die Trainerbank wechsle. Seeber tat
diesen Schritt in der letzten Saison.
Es ist nun natürlich absolut zu früh, Aussagen über
die Ludwigsburger Zukunft zu treffen, Fakt aber bleibt die miserable
Bilanz von 3:13 Treffern und einem Sieg nach sechs Spielen.
Das wiegt nach Platz drei und knappem Scheitern an der Relegation
natürlich schwer. Zugleich muss auch der personelle Umbruch
als tatsächliches Problem der Gelb-Schwarzen angesehen werden.
Allen voran Bissigen hat kräftig in den Reihen der 07ern
geplündert. Erstaunlich dabei die relativ geringe Zahl an
Eigengewächsen, welche im Sommer nach oben hinzu stoßen
konnten.
Das Wort Krise schwebt daher nicht ganz ungerechtfertigt über
den Häuptern der Beteiligten. Allerdings ist ein Umbruch
immer auch ein Experiment. Genau dazu fordert Seeber völlig
Geduld und Zeit.
Breher: Blödes Ergebnis'
In all die Freude und das strahlende Glück nach dem Husarenritt
des FC von Laupheim fiel die Nachricht von der erneuten Niederlage
der Ludwigsburger. Die Reaktionen darauf waren sehr verschieden
- von flapsig-selbstsicher bis zu nachdenklich und absolut unerfreut.
"Das ist ein blödes Ergebnis. Ludwigsburg kommt entweder
mit Schaum vor dem Mund oder mit einem neuen Trainer nach Wangen",
meinte nicht nur FC-Spielleiter Peter Doubek. Auch Herbert Breher
äußerte sich ähnlich.
Zweifelsfrei darf der FC einen motivierten Gegner erwarten. Aber:
Laupheim erschien auch motiviert, die Tore aber zeigten sich
dabei natürlich als probates Mittel. Solche sollen am Samstag
wieder alle Bedenken zerstreuen und den FC weiter auf sportlich
stabile Füße stellen helfen.
Der Sieg am Vorwochenende war als Schritt wichtig. So kann der
FC mit breiter Brust gegen einen vom Namen her großen Gegner
auftreten. Rein nominell kann über Vorteile gestritten werden,
doch zu favorisieren ist in diesem Duell durchaus der FC Wangen.
Einem Blick auf die Tabelle sollte genügen, dazu ein weiterer
auf die Torstatistik, es zu bestätigen.
Allerdings will sich Breher zu keiner personellen Vorhersage
mehr verleiten lassen, da sich zweimal zuletzt ein Luxusproblem
in eine von Ausfällen diktierte Aufstellung verwandelte.
Dessen ungeachtet, eine breite Brust also sollte der FC Wangen
haben. Oder anders herum gesagt: Selbstbewusstsein und Vollgas
von Beginn an sind einer weiteren Aufbesserung des Punktekontos
in jeder Weise zuträglich!
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